LANDWIRT

Meine Vorfahren hatten bei uns im Dorf schon immer Landwirtschaft. Das ist mir also in die Liege gelegt worden. Doch ohne Veränderung geht es nicht. Deshalb setze ich auch hier richtungsweisende Impulse.

 

1997 habe ich dann den elterlichen Hof übernommen und setze seit dem auf eine nachhaltige Entwicklung ganz besonders unter ökologischen Aspekten. Der Betrieb ist Mitglied der Drauf8ten-Eierhöfe aus Baden-Württemberg und damit engagiert als Geflügelhof, in dem es in der Freilandhaltung kein Kükentöten gibt. 

Klage vor dem Bundesverfassungsgericht

 

Seit den 1960er Jahren mussten alle Landwirte über ein höchst kompliziertes rechtliches Konstrukt an eine auf dem Papier private GmbH Gelder bezahlen, damit diese Firma Werbung für die deutsche Landwirtschaft machen konnte. Der Name der Firma war "Centrale Marketinggesellschaft für deutsche Agrarprodukte", kurz CMA (wieso man "Zentral" mit C schrieb hatte sich mir nie erschlossen).  Was am Anfang mit Sicherheit gut gemeint war, wurde mit den Jahren aber ein immer intranspartenter werdender Moloch, welcher jährlich 100 Mio € der deutschen Landwirte verbrannte.

 

Im Jahr 2003 verbot der EUGH der CMA, nur DEUTSCHE Agrarprodukte zu bewerben. Die CMA durfte nur noch für Milch, Fleisch, Eier etc. im allgemeinen Werbung machen. Dies war für mich Anlass zur Klage, welche dann 2008 in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt wurde. Am 03.02.2009 fällte dann das BVerfG sein Urteil und gab meiner Klage statt. Anstatt die CMA danach aber zu reformieren wurde diese abgewickelt. Das Restvermögen des Absatzfonds (so hieß der staatliche Fonds, der die Gelder von uns Landwirten kassierte) betrug knapp 70 Mio€ und wurde zweckgebunden an die Rentenbank überwiesen. Der Absatzfonds selbst wurde erst Mitte 2020, also über 10 Jahren nach dem Urteil des BVerfG, aufgelöst.

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Prämierung für den Einsatz gegen Bürokratismus

 

Aufgrund der erfolgreichen Verfassungsklage wurde ich für den "Werner-Bonhoff-Preis wider den §-Dschungel" nominiert. 2010 bekam ich diesen dann in Berlin von der Stiftung in einer feierlichen Stunde verliehen. Seit dieser Zeit bin ich bei der jährlich statt findenden Preisverleihung dabei.

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Regionaler Sojaanbau für regionales Tierfutter

 

Da im Futter unserer Legehennen ein hoher Anteil an Sojabohnen ist, war mir schon vor vielen Jahren ein Dorn im Auge, dass diese aus Südamerika kommen. Der Kraichgau wird als die Toskana Deutschlands beschrieben; daher dachte ich, dass der Anbau von Sojabohnen auch hier bei uns vor Ort möglich sein muss. Dies hat viele Vorteile: Die Wertschöpfung findet lokal statt; kurze Transportwege schonen das Klima. Zudem wird es vermieden, dass immer mehr Regenwald in Südamerika dem Anbau von Sojabohnen zum Opfer fällt. Mit dem KRZ in Eppingen fand ich dann vor einigen Jahren einen zuverlässigen Partner, der uns Landwirten die Sojabohnen zu vertraglich fest vereinbarten Konditionen abnimmt. Die Bohnen werden dann in Zeutern "getoastet" (roh schmecken die unseren Hennen nicht) und anschließend als Tierfutter für die Legehennen in ganz BW verwendet. Mittlerweile werden so auf über 1500 ha hier bei uns in der Region Sojabohnen angebaut. Mehr dazu in den beiden Videos.


Schlechtwetterregelung für Legehennen 

 

Da wir hier bei uns auf dem Hof schon seit über 20 Jahren Legehennen in Freilandhaltung haben, hatte sich mit der Zeit ein Punkt bei der Überprüfung durch die Behörden als großes Streitthema heraus kristallisiert: Die Kontrolleure des Landes Baden-Württemberg waren stets der Meinung, dass unsere Freiland-Legehennen bei jedem Wetter ins Freie gelassen werden müssen. Es gibt aber Wetterlagen, da kann man als verantwortungsvoller Tierhalter die Hennen nichts ins Freie lassen, da die Tiere sonst krank werden. Tiergesundheit interessierte aber die Kontrolleure der Vermarktungsnormen nicht. Mein Hinweis, dass die entsprechende EU-Hennenhaltungsrichtlinie meinen Standpunkt unterstützt, wurde nicht berücksichtigt.

 

Daher bin ich Anfang 2013 nach Brüssel zu einer Anhörung in das EU-Parlament gefahren, um Klarheit zu erlangen. Ich konnte dem damaligen EU-Kommissar eine Anfrage zu diesem Thema überreichen. Ein paar Wochen später erhielten wir dann Antwort von der EU-Kommission: Selbstverständlich gibt es Wetterlagen, die es aus Gründen der Tiergesundheit gebieten, die Tiere im Stall zu lassen. Dank dieser Antwort seitens der EU-Kommission konnten wir in Baden-Württemberg gemeinsam mit der Landestierschutzbeauftragten eine "Schlechtwetterregelung für Legehennen" erreichen.

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