ENGAGIERT IM BERUF FÜR MEHR NACHHALTIGKEIT

Da im Futter unserer Legehennen ein hoher Anteil an Sojabohnen ist, war mir schon vor vielen Jahren ein Dorn im Auge, dass diese aus Südamerika kommen. Der Kraichgau wird als die Toskana Deutschlands beschrieben; daher dachte ich, dass der Anbau von Sojabohnen auch hier bei uns vor Ort möglich sein muß. Dies hat viele Vorteile: Die Wertschöpfung findet lokal statt; kurze Transportwege schonen das Klima. Zudem wird os vermieden, dass immer mehr Regenwald in Südamerika dem Anbau von Sojabohnen zum Opfer fällt. Mit dem KRZ in Eppingen fand ich dann vor einigen Jahren einen zuverlässigen Partner, der uns Landwirten die Sojabohnen zu vertraglich fest vereinbarten Konditionen abnimmt. Die Bohnen werden dann in Zeutern "getoastet" (roh schmecken die unseren Hennen nicht) und anschließend als Tierfutter für die Legehennen in ganz BW verwendet. Mittlerweile werden so auf über 1500 ha hier bei uns in der Region Sojabohnen angebaut. Mehr dazu in den beiden Videos.

 


Hier noch ein Film von mir bei der Ernte der Sojabohnen 2020


Schlechtwetterregelung für Legehennen 

 

Da wir hier bei uns auf dem Hof schon seit über 20 Jahren Legehennen in Freilandhaltung haben, hatte sich mit der Zeit ein Punkt bei der Überprüfung durch die Behörden als großes Streitthema heraus kristallisiert: Die Kontrolleure des Landes Baden-Württemberg waren stets der Meinung, dass unsere Freiland-Legehennen bei jedem Wetter ins Freie gelassen werden müssen. Es gibt aber Wetterlagen, da kann man als verantwortungsvoller Tierhalter die Hennen nichts ins Freie lassen, da die Tiere sonst krank werden. Tiergesundheit interessierte aber die Kontrolleure der Vermarktungsnormen nicht. Mein Hinweis, dass die entsprechende EU-Hennenhaltungsrichtlinie meinen Standpunkt unterstützt, wurde nicht berücksichtigt.

Daher bin ich Anfang 2013 nach Brüssel zu einer Anhörung in das EU-Parlament gefahren, um Klarheit zu erlangen. Ich konnte dem damaligen EU-Kommissar eine Anfrage zu diesem Thema überreichen. Ein paar Wochen später erhielten wir dann Antwort von der EU-Kommission: Selbstverständlich gibt es Wetterlagen, die es aus Gründen der Tiergesundheit gebieten, die Tiere im Stall zu lassen. Dank dieser Antwort seitens der EU-Kommission konnten wir in Baden-Württemberg gemeinsam mit der Landestierschutzbeauftragten eine "Schlechtwetterregelung für Legehennen" erreichen.

 


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